Skoliose
Was ist eine Skoliose?
Eine Skoliose ist eine dreidimensionale Wachstumsstörung der Wirbelsäule. Sie gilt als chronische Erkrankung und wird ausgehend von Alter und individueller Situation mit unterschiedlichen therapeutischen Zielsetzungen behandelt.
Bei einer Skoliose kommt es zu drei verschiedenen Abweichungen der Wirbelsäule von ihrer physiologischen Mittellinie:
- einer seitlichen Verbiegung, die im Röntgenbild anhand des sogenannten Cobb-Winkels bestimmt wird,
- einer Verdrehung (Rotation) der Wirbelkörper, die ich in meiner Praxis mithilfe eines Skoliometers messe und zur Verlaufskontrolle heranziehe,
- sowie einer Veränderung der natürlichen Krümmungen der Wirbelsäule, beispielsweise in Richtung Flach- oder Rundrücken.
Durch das Zusammenspiel dieser drei Komponenten handelt es sich bei der Skoliose um ein komplexes dreidimensionales Geschehen, das eine spezialisierte Therapie erfordert.
In meiner Praxis arbeite ich vorwiegend mit der Dreidimensionalen Skoliosetherapie nach Katharina Schroth. Für diese Methode habe ich meine Ausbildung in einer auf Skoliose spezialisierten Klinik in Deutschland absolviert und bin zertifizierte Schroth-Therapeutin.
Die Schroth-Therapie ist derzeit die am besten wissenschaftlich untersuchte konservative Behandlungsmethode der Skoliose und gilt international als wichtiger Standard in der physiotherapeutischen Skoliosebehandlung.
Zusätzlich bin ich in der 4D-Skoliosetherapie ausgebildet. Dieses Therapiekonzept orientiert sich an der ontogenetischen Entwicklung des Menschen und nutzt physiologische, anatomisch korrekte Bewegungsmuster zur Verbesserung der Haltung und Bewegungsqualität.
Je nach individueller Situation ergänze ich die Skoliosetherapie durch craniosacrale oder viszerale Techniken mit osteopathischem Hintergrund sowie durch gezieltes Krafttraining.
Der regelmäßige fachliche Austausch im Qualitätszirkel Skoliose der Skoliosehilfe Wien sowie meine Mitgliedschaft im Skoliosenetzwerk Österreich unterstützen mich dabei, meinen Patientinnen und Patienten eine qualitativ hochwertige Skoliosetherapie anzubieten.
Was geschieht in der Skoliosetherapie?
Die Skoliosetherapie ist eine sehr aktive Form der Therapie.
Ein wesentlicher Bestandteil der Skoliosetherapie ist die Erarbeitung einer speziellen Atemtechnik, der Dreh-Winkel Atmung die dazu beiträgt, die Wirbelsäule aktiv zu entdrehen und eingesunkene Bereich des Brustkorbes von innen heraus zu dehnen und zu stabilisieren. Ergänzend werden gezielte asymmetrische Ausgangsstellungen der Arme und Beine im Liegen, Sitzen oder Stehen eingesetzt, um durch kontrollierte Muskelspannung eine bestmögliche Aufrichtung und Korrektur der Wirbelsäule zu erreichen.
Spiegel dienen dabei als wichtige Unterstützung, damit Sie Ihre Haltung selbst kontrollieren und die Korrektur bewusst wahrnehmen können. Deshalb ist es auch notwendig, dass Ihr Rücken frei sichtbar ist.
Ziel ist es weiters, die erlernten Korrekturhaltungen Schritt für Schritt in den Alltag zu integrieren und langfristig selbstständig anwenden zu können.
Wie läuft meine erste Therapieeinheit ab?
Für die erste Therapieeinheit bitte ich Sie, vorhandene Röntgenbilder Ihrer Wirbelsäule mitzubringen. Diese sind für eine präzise Beurteilung und die individuelle Planung Ihrer Therapie von großer Bedeutung.
Zu Beginn erfolgt eine ausführliche Befundung Ihrer Körperhaltung und Statik. Zusätzlich messe ich die Rotation der Wirbelsäule mit dem Skoliometer und erhebe weitere relevante Befunde anhand derer ich Ihr Krümmungsmuster festlege.
In den meisten Fällen beginnen wir bereits in der ersten Einheit mit einer individuellen Übung, die auf Ihre spezifische Skoliosesituation abgestimmt ist. Auf dieser Grundlage wird das Therapieprogramm in den folgenden Einheiten kontinuierlich erweitert. Der Rücken muss zur Kontrolle während der Therapie frei sichtbar sein.
Am Ende eines Therapiezyklus verfügen Sie über ein persönliches Übungsprogramm, das regelmäßig zu Hause durchgeführt werden sollte, um die erreichten Verbesserungen langfristig zu erhalten.
Befinden Sie sich noch im Wachstum, wird nach den Kontrolluntersuchungen bei Ihrer Orthopädin oder Ihrem Orthopäden häufig ein weiterer Therapiezyklus empfohlen, um die Übungen an die Veränderungen der Wirbelsäule anzupassen.
Nach Abschluss des Wachstums bleibt der grundsätzliche Therapieablauf ähnlich. Gemeinsam entscheiden wir anhand Ihrer Beschwerden, Ihrer persönlichen Ziele und eines möglichen Fortschreitens der Skoliose, ob und wann weitere Therapieeinheiten sinnvoll sind.
